Mittelmeerkrankheiten

  Herzwurmbefall (Dirofilariose)

Der Herzwurm (Dirofilaria immitis) kommt in Ländern mit gemäßigt warmen Klima, z.B. auf den Kanarischen Inseln, in Spanien, Italien und Frankreich vor. Überträger sind Stechmücken (Sandfliegen). Die Würmer siedeln sich im Herzen und den Blutgefäßen der Lunge an, so dass erkrankte Tiere auch noch Monate nach der Rückkehr aus dem Urlaub Husten, Atemnot und verminderte Leistungsfähigkeit zeigen können. Es ist wichtig, den Hund vor Insektenstichen zu schützen, indem Sie Spaziergänge in der Dämmerung vermeiden, das Tier unter einem Moskitonetz schlafen lassen sowie eventuell Anti-Mücken-Sprays, Spot-On-Präparate (Tropfen auf die Haut) oder spezielle Halsbänder verwenden. Zusätzlich empfehlen wir Ihnen ein vorbeugendes Medikament, das monatlich gegeben wird.
 

  Leishmaniose

Leishmanien sind in allen Mittelmeerländern verbreitet. Überträger sind wiederum Stechmücken, von denen bereits vereinzelt Exemplare in Süddeutschland nachgewiesen wurden. Die Eiablage der Mückenweibchen und die Entwicklung der Larven findet an schattigen und etwas feuchten Stellen statt, wie z.B. Mauerspalten und Baumhöhlen. Die Mücken sind schlechte Flieger (pelzartige Behaarung der Mücken). Sie bevorzugen windstille Stunden zur Suche ihrer Opfer. Ihre Hauptaktivität ist daher abends und in den frühen Morgenstunden. Die einzelligen Parasiten können auch über Speichel, Blut o.ä. übertragen werden. Dabei sind Mensch und Tier gefährdet. Die Leishmaniose kann ebenfalls erst Monate bis Jahre nach der Ansteckung ausbrechen. Häufigste Anzeichen sind Haarausfall am Kopf, Entzündungen der Haut, übermäßiges Krallenwachstum und Mattigkeit. Vorbeugenden Schutz erreichen Sie durch Spot-On-Tropfen, Halsbänder und Shampoos mit speziellen Wirkstoffen (Permethrin und Deltamethrin). Eine Behandlung ist sehr schwierig und langwierig. Es gilt wie bei der Herzwurmerkrankung der Grundsatz: Schützen Sie Ihren Hund vor Mückenstichen.
 

  Babesiose (Piroplasmose)

 

Babesien (auch Piroplasmen genannt) kommen in den Tropen vor, sind jedoch auch im Mittelmeerraum, in Ungarn (Plattensee), in der Schweiz, in Südwestdeutschland und in Südengland verbreitet. In letzter Zeit werden zunehmend Erkrankungsfälle in Berlin, Frankfurt und auch bei uns in Norddeutschland beobactet. Zur Ansteckung kommt es durch Zeckenbisse.
Die Babesien zerstören die roten Blutkörperchen und führen so zur Blutarmut, erkennbar an der Blässe oder Gelbfärbung des Zahnfleisches, Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Als weiteres Krankheitssymptom kann ein kaffeebrauner bis rot gefärbter Harn auftreten. Eine vorbeugende Injektion mit einem in Deutschland nicht erhältlichen Mittel (Imidocarb) schützt Ihren Hund 3 Wochen vor einer Ansteckung. Des Weiteren ist eine wirksame Zeckenbekämpfung, z.B. mit speziellen Felltropfen, Sprays und Halsbändern (gibt es nur beim Tierarzt) die beste Maßnahme.

 

  Ehrlichiose (Canine Rickettsiose)

Die Ehrlichiose ist in den Tropen und Subtropen, aber auch in den Ländern rund ums Mittelmeer verbreitet. Die Erreger werden beim Zeckenbiss mit dem Speichel übertragen, nach 8-20 Tage kommt es zu ersten Krankheitsanzeichen. Die einzelligen Parasiten setzen sich in weißen Blutkörperchen (Monozyten) fest. Beim infizierten Tier kommt es zu Fieberschüben, Erbrechen, Augen- und Nasenausfluss, eventuell Lähmungen und Blutungen. Eine Behandlung erfolgt mit speziellen Antibiotika. Vorsorglich ist daran zu denken, den Hund vor Zeckenbissen, z.B. durch ein Halsband (s.o.) zu schützen. Bei großer Ansteckungsgefahr kann ein Antibiotikum auch vorbeugend gegeben werden.

 

 Grundsätzlich gilt: Falls Ihr Tier innerhalb eines halben Jahres nach dem Auslandsaufenthalt krank werden sollte, ist es wichtig, bei einem Tierarztbesuch auf die Reise hinzuweisen, damit eine schnelle Diagnose gestellt und gezielt behandelt werden kann. Auch bei Tieren, die Sie aus dem Urlaub mitbringen, können solche Erkrankungen vorliegen. Sie sollten deshalb nach der Rückkehr Ihr Tier genau beobachten.
Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit telefonisch oder persönlich zur Verfügung.

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© 2017 Dr. Hartmut Wagner-Rietschel

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